Erlebnisbericht zum Brasilienaustausch im Herbst 2018

Woche 1

Unser Austausch nach Brasilien begann am 20.September. Wir trafen uns in Hannover um 18 Uhr und flogen nach Zürich, um von dort aus den Langstreckenflug nach Sao Paulo zu nehmen. Von dort aus flogen wir nach Curitiba und kamen am 21.September in Joinville mit dem Bus an. Die ersten Eindrücke von Brasilien bekamen wir als wir in Joinville angekommen waren. Den Rest des Tages vebrachten die meisten damit, ihre Gastfamilien kennenzulernen. Wir wurden mit goßer Herzlichkeit empfangen.

Am Samstag trafen wir uns gemeinsam in der Schule unserer Austauschpartner wegen des Frühlingsfestes. Die Schule Bom Jesus Ielusc ist im Vergleich zu unserer Schule sehr groß. Wir waren etwas überrascht als wir hörten, dass dort deutsche Musik gespielt wird. Am Nachmittag probierten wir ein typisches brasilianisches Essen aus: Acai, ein aus einer Frucht gemachtes lilanes Eis. Abends wurden wir von einer Austauschschülerin zum Barbeque eingeladen, dort haben wir verschiedene Fleischarten ausprobiert, zum einen auch eine Art Pulver (Farofa, geröstetes Maniokmehl), das hier in Brasilien sehr beliebt ist und zum Beispiel zum Fleisch dazu gegessen wird.

Den Sonntag haben alle Schüler in den Gastfamilien verbracht. Viele fuhren an den Strand (Balneariu Camboriú) oder in den Freizeitpark.

Am Montag haben wir Joinville von einem Aussichtspunkt (Mirante do Joinville) betrachtet. Außerdem besuchten wir eine dort sehr bekannte Tanzschule für Ballett, Bolschoi, von der auch das jährliche Festival de danca organisiert wird. Durch eine Führung konnten wir uns die Unterrichtsstunden der jungen und älteren Tänzer anschauen. Später gingen wir zur Middle School von Joinville, die Bom Jesus Ielusc, welche auch die Schule der meisten unserer Austauschschüler war. Der Unterricht dort ist sehr ähnlich zu unserem Unterricht. Einen auffallenden Unterschied gibt es jedoch, denn die Schüler reden ihre Lehrer dort mit Vornamen, bzw. Spitznamen an, dadurch haben die meisten Lehrer einen freundschaftlicheren Umgang mit ihren Schülern.

Dienstags fuhren wir mit der ganzen Gruppe nach San Fransisco do Sul. Dort betrachteten wir die Altstadt, sowie eine ältere Kirche in der Stadt. Nachdem wir dort mal wieder viele Aussichtspunkte betrachteten, fuhren wir an den Strand. Dort konnten wir uns Essen kaufen, schwimmen gehen, oder einfach nur in der Sonne liegen. Die Strände von San Fransisco do Sul sind für die meisten als die schönsten der Gegend bekannt. Deshalb schauten wir uns noch einen weiteren Teil der Strandreihe an. An einem Surferstrand dort, zu dem wir durch klettern über einen Berg gekommen sind, war der Sand ungewöhnlicher weise schwarz.

An diesem Mittwoch fuhren wir wieder mit der ganzen Gruppe los, nach Florianopolis. Dort blieben wir eine Nacht in einem Hotel. In Florianopolis blieben wir die meiste Zeit an einem Strand, an dem wir alle zunächst einmal surften. Diese Aktivität hat uns persönlich am meisten Spaß gemacht. Als es dunkel wurde fuhren wir mit dem Bus zu einem Platz, wo man im Sand surfen konnte. Von den hohen Sandbergen aus konnte man auf die beleuchteten Städte, beim Surfen durch den Wind sehen, dieser Ausblick war sehr schön. Zum Essen gingen wir in ein nahe gelegenes Pizza Restaurant.

Am Donnerstag reisten wir direkt früh aus dem Hotel ab, um den Rest des Tages voll nutzen zu können, denn es war eine Schifffahrt mit Piraten geplant und Halten an sehenswerten Stellen der Städte und Strände dort. Diese Schifffahrt war mal was anderes. Man wurde 5 Stunden lang von gespielten Piraten unterhalten, die mit dir tanzten oder Challenges machten, gegessen wurde an einem Restaurant direkt am Strand, und zudem gab es noch eine Führung durch einen Ort dort. Diese Erfahrung war ziemlich cool. Am Abend wurden wir wieder einzeln von unserem Gastfamilien nach Hause gefahren.

Charlotte Krause & Luisa Hogan

 

Woche 2

Am Freitag besuchten wir die Firma Docol in Joinville. Docol stellt Sanitäranlagen her und ist darin in Brasilien Marktführer.

Es war auf jeden Fall interessant zu sehen, wie so eine Firma aufgebaut ist und geleitet wird. Überraschend war für mich zu sehen, wie viele verschiedene Stationen ein Wasserhahn letztendlich durchlaufen muss, bis er auf den Markt kommt.

Samstag verabredeten wir uns mit Felipe, einem Freund von Geovane, welcher ebenfalls Deutsche aufgenommen hatte. Zusammen besuchten wir einen Freizeitpark, in dem wir den ganzen Tag verbrachten. Dank unseres „Fastpass“ mussten wir an keiner Attraktion anstehen. Gegen 18 Uhr traten wir die zweistündige Fahrt nach Hause an.

Am Sonntag fuhren wir bei schönem Wetter zu Felipe, Phillip und Hagen. Dort trafen wir auch noch Julia und Franka, die ebenfalls zu Besuch waren. Wir spielten Fußball und Volleyball und grillten anschließend. Während die Eltern sich noch unterhielten, gingen wir danach alle in den Pool.

Von Montag bis Mittwoch verbrachten wir einige Zeit in der Schule, wo wir unterschiedlichen Klassen Vorträge über Deutschland, seine Kultur, das Schulsystem, das Essen und die Wirtschaft hielten. Diese hatten wir zu Hause schon vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert und fragten viel nach. Einige Unterschiede gibt es zum Beispiel beim Schulsystem: in Brasilien sind die Privatschulen sehr viel verbreiteter als in Deutschland. Sie sind teuer, aber die Voraussetzung, wenn man studieren will. Auch haben die Schüler dort immer bis 18 Uhr Schule, wodurch der Tag sehr lang und anstrengend ist.

Am Mittwoch trafen wir uns um 21 Uhr an der Schule, um die 8 stündige Fahrt durch die Nacht nach Foz do Iguacu zu beginnen.

Susanne Filin & Felix Bautz

 

Woche 3

Am Donnerstag der zweiten Wochen kamen wir nach einer Busfahrt durch die Nacht in Foz do Iguacu an. Das liegt an der Grenze zu Paraguay und Argentinien. Als ersten Programmpunkt haben wir uns einen exotischen Vogelpark angeschaut. Dort gab es Tucane und Papageien aller Farben und Größen zu beobachten. Das Highlight dieses zweitätigen Ausflugs waren allerdings die Wasserfälle von Iguacu, die direkt am Dreiländereck verlaufen. Sie sind die höchsten (82m) und breitesten (2700m) der Welt, sogar mächtiger als die bekannten Niagarafälle. Bei einer spektakulären Schnellbootfahrt durch die Wasserfälle sahen wir sie auch von unten. Da blieb keine Badehose trocken…

Am nächsten Morgen sind wir zu dem riesigen Staudamm von Itaipu gefahren, in dem durch Wasserkraft Elektrizität erzeugt wird. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt von Brasilien und Paraguay. Da dieses Kraftwerk aber viel mehr Energie erzeugt, als Paraguay nutzen kann, wird eine große Mengen wieder an Brasilien verkauft. Dieses Land nutzt die viele Energie z.B. für das 1000km entfernte Sao Paulo, wo es viel Industrie gibt.

Am Samstag feierten wir ein Abschlussfest bei einer Gastfamilie. Abends gab es noch zwei Abschiedsparties.

Sonntag flogen wir nach Rio de Janeiro. Bei der Ankunft waren wir überwältigt von dem schönen Hotel an der Copacabana. Die nächsten zwei Tage zogen wir das ganze Touriprogramm durch, was man in Rio gemacht haben muss: wir besuchten die gigantisch große Christusstatue auf dem Corcovado, erlebten den Sonnenuntergang auf dem Zuckerhut, von dem man auf ganz Rio schauen kann, sind die wohl berühmteste Treppe der Welt hinauf gegangen, die von Jorge Selarón mit Kacheln aus aller Welt verschmückt wurde.

Einige weitere Sehenswürdigkeiten wie der große Fischmarkt, die Nachbarstadt Niteroi mit Bauten von Oscar Niemeyer, Kirchen, Aussichtspunkte, Bibliotheken und eine noch aktive Festung des brasilianischen Militärs standen auch auf dem Programm. Am Mittwoch konnten wir noch einige Zeit am Pool des Hotels entspannen, bevor wir spätabends die Rückreise nach Frankfurt antraten.

Die drei Wochen in Brasilien waren atemberaubend, interessant und wir konnten viele neue und spannende Erfahrungen sammeln. Das Land unterscheidet sich sehr von Deutschland, da es viele kulturelle, klimatische und kulinarische Unterschiede gibt.

Franca Pultke & Lucie Achilles

 

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