AUSGANGSLAGE
Die Kursmitglieder zogen am 19.11.2004 je 2 Lose mit Künstlernamen,
danach war als Hausarbeit zu recherchieren, welche plastischen
Arbeiten von den Künsterinnen und Künstlern stammen und für
welche Künstlerin/Künstler man sich entscheiden möchte.
(Für
problematische Fälle konnten ein paar Künstlernamen ausgetauscht
werden.)
Die gesamte KÜNSTLER-Namensliste im Überblick
(gewählte Künstlerinnen und Künstler in fetter Schrift):
Andreas
Slominski |
Bruce
Nauman |
Claes
Oldenburg |
Damien
Hirst |
Anna
Oppermann |
Christo
+ Jeanne-Claude |
Edward
Kienholz |
Felix
Droese |
Bernhard
Schultze |
Franz
Ackermann |
George
Segal |
Jannis
Kounellis |
Hannsjörg
Voth |
Kiki
Smith |
Magdalena
Abakanowicz |
Thomas
Schütte |
Jonathan
Borofsky |
Jim
Whiting |
Jean
Tinguely |
Wolfgang
Laib |
Joseph
Beuys |
Jürgen
Brodwolf |
Nancy
Graves |
Katharina
Fritsch |
Kurt
Schwitters |
Dieter
Roth |
Mario
Merz |
Sylvie
Fleury |
Louise
Bourgeois |
Man
Ray |
Markus
Raetz |
Meret
Oppenheim |
Michelangelo
Pistoletto |
Mona
Hatoum |
Sandra
Munzel |
Niki
de Saint-Phalle |
Olaf
Nikolai |
Andrea
Zittel |
Pablo
Picasso |
Paloma
Varga Weisz |
Peter
Brüning |
Christian
Boltanski |
Rachel
Whiteread |
Rebecca
Horn |
Peter
Fischli/David Weiss |
Robert
Rauschenberg |
Richard
Long |
Rosemarie
Trockel |
Tony
Cragg |
Frank
Stella |
Tom
Wesselmann |
Eva
Aeppli |
Die KISTE (der Behälter)
soll mindestens so groß wie ein kleiner Koffer sein. Kartonagen sind ausgeschlossen! Geeignet sind
alte Gegenstände,
die ihren ursprünglichen Zweck nicht
mehr erfüllen müssen.
Beispiele:
Hutschachtel, Koffer, Truhe, Tresor, Vitrine, Schränkchen, Schublade,
Tasche mit stabiler Form, Holzkiste,
Werkzeugkiste, Zinkwanne, Korb, Kiepe usw.
(17.12.04: Ein
Behälter kann auch umgebaut werden - auf ein authentisches Objekt
mit längerer
Geschichte soll allerdings nicht verzichtet werden: also KEIN Neubau!)
AUFGABENSTELLUNG
In der Künstlerkiste
sollen eigene plastische Gestaltungen zu einem bestimmten Künstler
installiert werden, aber NICHT in dessen Gestaltungsweise.
Die selbst hergestellten künstlerischen Objekte zielen
auf bestimmte Eigenarten des Künstlers,
sie kommentieren und "übersetzen", aber sie imitieren
oder kopieren NICHT !
Die nächsten Schritte (17.12.2004)
Erschließungsphase
nach der informellen Recherche
ANKNÜPFUNGSPUNKTE
für die
Werke der Künstlerperson, für die eine Künstlerkiste
entwickeln werden soll. Zeichne deine Beobachtungen und Einfälle
in Stichworten auf.
1.: Mit welchen Materialien werden die Werke im
allgemeinen erarbeitet?
2.: Welche Dinge tauchen in den plastischen
Gestaltungen als Einzelteile auf?
3.: Welche Themen werden angesprochen?
4.: Kommen widerstreitende Kräfte zum Ausdruck?
5.: Werden dunkle
Seiten des Menschen berührt, oder werden sie ignoriert?
6.: Welche
Empfindungen werden durch ein bestimmtes Einzelwerk angespielt?
7.:
Notiere deine Assoziationen in Stichworten, wenn du für ein oder
zwei Minuten ein fremdes Kunstwerk versuchst kennenzulernen - lass
es auf dich wirken, geduldig. Gedankenverbindungen knüpfen sich
von selbst, das Anstrengende ist meistens Geduld zu üben und dann
auch noch zu beobachten, welche Empfindungen sich bemerkbar machen!
Gerade die sind wichtig! Darüber nachdenken solltest du ... später. !
Notizen sinnvoll in der KÜNSTLERKISTE „verstauen“!
Anmerkungen zum Arbeitsprozess
Dieses Projekt wird sich bis in den
März hinziehen. (VORSICHT
ZEITFALLE !)
Ich habe 4 Kontroll-Zeitpunkte vorgesehen:
-
14.01.05 :
zum ersten Termin ist eine Arbeit und der Zustand des "Künstler-Atlas" vorzuweisen,
außerdem sollen alle 23 Kisten zur gemeinsamen Besichtigung aufgebaut
werden.
-
07.02.05 09.02.05 :
1 große
Pflichtarbeit, 2
kleine Pflichtarbeiten, (Kürarbeit
nicht vergessen?!)
- 28.02.05 14.03.05 :
2 große Pflichtarbeiten, 1 kleine
Pflichtarbeit, 1 Kürarbeit
- 21.03.05 04.04.05 08.04.2005:
die gesamte Künstlerkiste, Fotodokumentation, Künstleratlas;
Kurzvortrag mit aufgesetzter Vorstellungsmaske, Handout (s.u.) (18.03.2005)
Das
bedeutet eine Bewertung noch in ersten Halbjahr, drei im zweiten,
jeweils vollwertige Noten.
- Die Präsentation (s.u.) ist dabei noch
nicht berücksichtigt!
Jede Gestaltungsarbeit kann nur überzeugen, wenn sie mit voller
Hingabe verwirklicht worden ist.
*** = „Große Arbeiten“
* = „Kleine Arbeiten“
# = „Plichtaufgaben“
|
Allgemeine
Plichtaufgaben
# Die Kiste (oder ein anderer Behälter) ist so einzurichten, dass alle
Objekte untergebracht werden können. Darüber hinausgehende gestalterische
Maßnahmen sind eigenverantwortlich zu entscheiden (Kür).
Der Atlas zur KÜNSTLERperson
### Erstelle einen systematisch geordneten Bild- und Textquellen-Atlas zu deiner
Künstlerperson. Diese Grundlagenarbeit kann entweder im KUTABU oder auf
Extratafeln (Karton) präsentiert werden!
Sammle alle Abbildungen, die du bekommen kannst. Auch artverwandte fremde Bilder,
Fotos aus den Printmedien usw., die Verbindungen zu den Themen deiner Künstlerperson
aufweisen. (Bei Van Gogh gehörte beispielsweise die Illustration einer
Weizenähre aus einem Lehrwerk über die Flora dazu.) Hier zählt
Vielfalt und Umfang! Vergiss nicht, die zugehörigen Daten und die genaue
Auflistung der Fundstellen. ... sammeln, kopieren, fotografieren, scannen,
drucken, auch zeichnen ...
Texte sollten kritisch ausgewählt werden und vom Schriftbild und Umfang
her sowie auch inhaltlich lesbar sein! Nur aussagekräftige Ausführungen
berücksichtigen und natürlich die biografischen Daten der Künstlerperson
in Kurzform.
# Eine kleine Fotodokumentation: 1. Die leere Kiste - 2. im Zustand der Bearbeitung
- 3. zur Präsentation im reifen Zustand arrangiert
# 3 der aufwendigeren Arbeiten - unabhängig von selbst gewollten Werken
# 3 kleinere Arbeiten (2 kleinere Arbeiten können durch 2 eigene Vorhaben
ersetzt werden)
# Jede weitere Eigeninititive gehört zur Kür, nachdem (!) die Pflichtauflagen
erfüllt worden sind
# Stelle zuletzt noch eine einfache Gesichtsmaske mit Mundöffnung aus
Karton her, die du aufsetzt, wenn du uns deinen Künstlerkoffer präsentierst
und erläuterst
Die einzelnen Aufgaben
Wähle aus dem Katalog, was du für deine KÜNSTLERKISTE künstlerisch
umsetzten willst:
- *** Gestalte ein altes Buch zu einem
Kunstobjekt um. Verfremde es im Gedenken an die Künstlerperson.
Das Buchobjekt enthält deren künstlerisches Potential,
bleibt aber nach deiner Gestaltung für alle Zeit unzugänglich
- * Stelle für die Künstlerperson
einen besonderen Ehrenring her!
- * Zeichne ganz penibel den Bauchnabel
der Künstlerperson, um zu beweisen, wie nah du ihr gekommen
bist. Die Zeichnung rahmen oder auf eine Tafel aufziehen, evtl
ausschmücken ??
- *** Sticke ein typisches Werk auf
ein kleines Kissen, du kannst auch selbst einen Bezug nähen.
Keine Einkaufstasche aus Nessel, besser ist ein gemusterter Hemdenstoff
- * Fiktive Proben vom Ort der Geburt
der Kunstwerke. Mit Informationstexten an den Probenbehältern
- * Ein wenig Alchemie: Ein Glas mit
Schraubverschluss. EIN WECKGLAS, das die Künstlerperson speziell
für dich gefüllt hat!
- ** (kommt auf den Inhalt an) Flaschenpost
mit Fragen an die Kunstwerke. Fragen an den Künstler sind
bei Bedarf auf anders gefärbtem Papier niederschreiben! Jeweils
auf einem einzigen schmalen Streifen in einer Linie gut lesbar
in Handschrift
- Künstliche Spurensicherung:
auf einer Tafel die benutzen Arbeitshandschuhe der Künstlerperson
präsentieren, mit Namen der Trägerin/des Trägers,
Fundortangabe und besondere Begleitumstände
- *** Baue das Spielzeug, das die
Entscheidung für den künstlerischen Weg deiner Künstlerperson
beeinflusst haben könnte
- * Erfinde für ein Kinderbuch
eine kurze Geschichte zu einem Werk deiner Künstlerperson
und illustriere die Geschichte
- *** Bilde ein plastisches Werk als
Linoldruck ab und spiele verschieden Farbvariationen durch, indem
du sie nachträglich übermalst
- * 2 Fotos, die dich vor neutralem
Hintergrund zeigen! A) in Andacht vor deinem Lieblingswerk der
Künstlerperson B) erschreckt vor einem Werk, das dir nicht
behagen will
- * Gipsabdruck einer Fußspur,
die deine Künstlerperson in feuchter Erde hinterließ,
als sie eigene Wege ging ... mit beschriebener/bemalter Schutzschachtel
- * Baue einen Schuber für
dein Kunsttagebuch, das Bilder und Aufzeichnungen des Entstehungsprozesses
der KÜNSTLERKISTE enthält.
- * DAS WARTEN - In Wolfenbüttels
Langer Herzogstraße das eigene Warten mit Künstlerkoffer
inszenieren und sich fotografieren lassen. Ein einziges ausgewähltes
Bild mit einem gedruckten Bildtext versehen, der einen
Zusammenhang mit der Künstlerperson herstellt, natürlich
möglichst pointiert und gerahmt
- * Nimm das Aussehen deiner Künstlerperson
an (verkleiden, schminken) und fotografiere dich in einem Passfotoautomaten!
- * Wo hat die Kunst deiner Künstlerperson
vermutlich ihre Wurzeln? Prüfe Bezüge zur Bilder-Schau
zur Malerei des 20. Jh. (SCHÜLERSERVICE) und imitiere
mit Bleistift beispielsweise ein paar vergilbte Fotos, Zeitungsberichte
o.ä., die in einer Streichholzschachtel aufbewahrt werden.
Vielleicht entlarvt dieses Schächtelchen auch künstlerische
Fehltritte?
- **(*) Schnitze aus einer großen
rohen Kartoffel das Porträt deiner Künstlerperson auf
einem Sockel. bemale die Kartoffelbüste mit Acrylfarben nach
3 Stunden Wartezeit und ein 2. Mal nach 3 Tagen. Auch dieses gute
Kunststück braucht eine Garage!
- *** Erstelle ein Acrylgemälde
von einem Werk deiner Künstlerperson. + Bitte eine freundliche
Person, dich zu zeichnen, wenn du das Gemälde gestaltest!
Die Gastzeichnung (A5 - A4) soll signiert sein, mit Datum, Zeit-
und Ortsangabe versehen und golden gerahmt werden
- *** Entwickle eine Gebrauchsanweisung
für den Nachbau eines Objekts deiner Künstlerperson.
Erstelle dazu eine Explosionszeichnung auf einem gefalteten A2-Blatt.
Erläuterungen sind an passender Stelle in Druckbuchstaben
von eigener Hand zu integrieren. Titel, Daten von Werk, Künstlerperson
und dir dürfen nicht fehlen
- *** Male einen Traum deiner Künstlerperson
mit Lackfarbe, Ölfarbe oder in Terpentinersatz gelösten
Wachsstiften (ACHTUNG! NUR BEI GUTER DURCHLÜFTUNG! SONST GESUNDHEITSSCHÄDLICH!)
ohne Vorzeichnung (!) auf eine Hohlform aus Papier
- * Metamorphose eines Werkteils,
phasenweise in einem Rollbild aufgezeichnet
- * Umsetzung eines wichtigen Werkes
der Künstlerperson in ein sehr sorgfältig geschnittenes
Fensterbild aus farbigem Karton (alternativ 5 kleine als Weihnachtsbaumschmuck)
- ***Stelle Bezüge zu einem zeittypischen
Tagesereignis her, das in einem Nachrichtenmedium thematisiert
worden ist, der Artikel ist als realer Gegenstand einzubeziehen.
- Vorschläge für die Formgebung: einen bestimmten Objektrahmen
(Rahmen mit Objekten bestückt) für diesen bestimmten
Presseartikel herstellen, eine Kapsel oder eine Mappe, die wie
ein mittelalterlicher Buchdeckel gestaltet ist, auf dem Metall,
Steine, Haut (Leder) verarbeitet worden sind. Die Gestaltung bewegt
sich in einem Spannungsfeld, das zwischen DIR, deiner KÜNSTLERPERSON
und dem aktuellen THEMA des Zeitungsberichts wirksam ist
Verschiedene Ansätze,
SPLITTER, vielleicht Impulse für Ideen: • Form
mit Salzteig backen • Modellbaubogen für ein plastisches
Kunstwerk • Kette aus Objekten (Persiflagen) zum Umhängen • Bildtafel
mit dem Rebus eines zu einem Kunstwerk assoziiertem Begriff - oder
des Titels • MAILART zur Künstlerperson hin und her schicken,
um andere Menschen einzubinden • Silhouetten als SCHATTEN-STAPEL • Transparentpapier • Drahtplastik • Schraubzwinge • Sperrholz,
Laubsäge ... ein fiktives Interview auf Hörkassette (18.12.2004)
...
Die abschließende
Präsentation
stellt die eigene Arbeit im konzeptionellen Gesamtzusammenhang
vor. Sie selbst ist damit Gegenstand einer weiteren Gestaltung! Erscheinung
und Gestaltungsweise, Form, und „Farbigkeit“ [der
Ort kann aus Zeitgründen nicht mehr gewählt werden! 18.03.2005]
können
als Ausdruckswerte begriffen werden. Sie ist außerdem die Gelegenheit,
deine Reflexionen in Verbindung mit dem Projekt darzulegen und kann
versuchen, die zurückliegenden Denk- und Handlungsprozesse kritisch
zusammenzufassen.
Wenn du deine Gesichtsmaske aufgesetzt hast, folgt deine ....
5 Minuten
Vorstellung (Änderung
vom 18.03.05)
Konzept
für
ein Handout
Was habe ich neu erfahren und erkannt
1. im Hinblick auf die Kunst meines Künstlers in Form und Thematik?
2. im Hinblick auf künstlerische Gestaltung im Allgemeinen?
3. in persönlicher Hinsicht
- auf meine Reaktionen?
- auf meine Gedanken?
- auf meine Gefühle?
4. Eigener Kommentar
Bitte mehr als 1 A4-Seite nutzen,
um zusätzlich wichtige Aussagen und Differenzierungen darzustellen,
für die in der unumgänglichen Kürze keine Zeit bleiben
wird !!!
Diese Papiere sind 24fach
kopiert vorzulegen und gehören dann gesammelt in die Künstler-Kiste!
Die schulinterne
Ausstellung wird das Finale sein.
Mehr Anregungen
bieten vielleicht noch die ehemaligen Angaben zur Präsentation,
die jetzt aber nicht mehr verpflichtend sind:
"Gehe auch auf folgende Aspekte argumentativ
ein:
- Inwiefern warst du emotional am Projekt
beteiligt? Kannst du einen „emotionalen Rhythmus“ während
der Arbeitsprozesse wiedergeben?
- Wie lief deine Arbeit insgesamt ab?
- Welche Schwachstellen in Bezug auf
das Projekt und deinen Umgang damit hast du bemerkt?
- Was ist eigentlich das Kernthema
der Kunst deiner Künstlerperson?
- Worin besteht insgesamt die künstlerische
Gestaltung der Werke deiner Künstlerperson?
- Wie schätzt du im Nachhinein
die Möglichkeiten des Projekts ein, neue Erfahrungen und Erkenntnisse
zu gewinnen?
- Wem würdest du wünschen,
die hinter dir liegende Arbeit in gleicher Weise leisten zu müssen?"
GUTES GELINGEN !
© Randig
13.04.2005 Änderungen
vorbehalten
[Die Ausführungen dürfen auch in Teilen nicht unerlaubt für
kommerzielle Zwecke genutzt werden]
|