„Herzhaft meditieren“ – Gymnasium im Schloß bildet Schülermediatoren aus

Konflikte und Streitereien unter Schülern sind Teil des Schulalltages – manchmal ein Teil, der sehr viel Raum einnehmen kann, mitunter sogar den Klassenzusammenhalt zerstört oder gar den Unterricht unmöglich macht. Am Gymnasium im Schloß haben Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrganges die Aufgabe übernommen, in solchen Konfliktsituationen zu vermitteln und zu schlichten. Deshalb machte sich nach den Herbstferien eine Gruppe von 16 Schüler und Schülerinnen des GiS auf den Weg nach Helmstedt, um sich von ihren Lehrerinnen Christel Reinhardt und Sonja Scheinhütte eine Woche lang als Schülermediatoren ausbilden zu lassen. Während dieser Arbeitswoche haben sie erfahren, dass hinter einem Konflikt oftmals viel mehr steckt, als auf dem ersten Blick sichtbar ist. Durch gezieltes Nachfragen bei den Konfliktbeteiligten haben die Schüler gelernt, den „unteren Teil des Eisberges zum Schmelzen zu bringen“, also die tieferen Ursachen und Hintergründe von Konflikten aufzudecken und zu reflektieren. Dadurch gelingt es oft, die Konfliktparteien mehr Verständnis füreinander aufbauen zu lassen, so dass beide Seiten schließlich bereit sind, gemeinsam eine Lösung für ihren Konflikt zu finden.

In zahlreichen Rollenspielen haben die Schüler und Schülerinnen dabei ihre Rolle als Mediatoren geübt und so erfahren, dass es zentral für die Mediation sei, „herzhaft zu meditieren“. Ja, das Vokabular war für die jungen Teilnehmer zunächst einmal sehr fremd und hat bei den Schülerinnen und Schülern zu „herzhaften“ Lachern geführt. Meditiert wurde mit den Konfliktparteien natürlich nicht, sondern mediiert. Herzhaft war das Essen, aber für die Mediation ist es wichtig, eine herzliche und vertrauensvolle Atmosphäre herzustellen, damit die Konfliktparteien bereit sind, sich zu öffnen und konstruktiv an ihrem Problem zu arbeiten. In zahlreichen Vertrauensspielen haben die Schüler dabei selbst erfahren, was Vertrauen stört und was es fördert. Immer wieder wurde der Bezug zur Mediation hergestellt, so dass die Schülerinnen und Schüler nach der Ausbildungswoche als kompetente Schülermediatoren zurückkehren und gut vorbereitet in ihre zukünftige Aufgabe als Patenschüler einer 5. Klasse gehen.

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