WOLFENBÜTTEL – Von der Sporthalle am Spinnereiparkplatz bis in die Max-Schmeling-Halle: Die Basketball-Mädchen des Gymnasiums im Schloss (GiS) haben eine beeindruckende Reise hinter sich. Als siebtbeste Schulmannschaft Deutschlands kehrten sie am Samstag aus Berlin zurück – erschöpft, aber mit einer Leistung im Gepäck, die weit über die Stadtgrenzen hinaus Respekt verdient.
Der Weg nach Berlin war geprägt von Konstanz und Dominanz. Da die Wettkampfklassen neu strukturiert wurden, konnte das Team in der U18 fast identisch zu jener Formation antreten, die bereits im Vorjahr als U16 für Furore gesorgt hatte. Schon beim Bezirksentscheid im Februar in heimischer Kulisse ließen die Schloss-Schülerinnen trotz verletzungsbedingter Sorgen keinen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen.
Dominanz auf Landesebene
Anfang März folgte der Landesentscheid in Scheeßel. Wer dachte, die Ausfälle würden das Team schwächen, sah sich getäuscht: Mit deutlichen Siegen gegen Stade und Lüneburg sicherte sich das Team von Trainer Bernhard Nies erneut den Titel Landessieger Niedersachsen. Damit war das Ticket für das Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in der Bundeshauptstadt gelöst. Das Ziel war klar formuliert: Man wollte das Ergebnis von 2025, den 9. Platz, noch einmal toppen.
Die Nervenschlacht in der Hauptstadt
Nach einer entspannten Anreise mit der Bahn und einem feierlichen Empfang in der Landesvertretung Niedersachsen wurde es am Mittwoch ernst. Die Gruppenphase stand an. Gegen das Saarland startete das Team nervös (41:34). Gegen Bremen blitzte die wahre Leistungsfähigkeit bereits auf (50:29). Trotz einer Niederlage gegen NRW (22:39) war der Einzug in die Finalrunde der besten acht Teams geschafft.
Auf Augenhöhe mit den Giganten
Der Donnerstagmorgen bescherte den Wolfenbüttlerinnen ein Duell mit dem klaren Favoriten aus Baden-Württemberg (Ludwigsburg). Es sollte die wohl beeindruckendste Phase des Turniers werden. Mit einer „bärenstarken“ Leistung hielt das GiS die erste Halbzeit völlig offen. Erst als sich in der zweiten Hälfte ein größer werdender Rückstand entwickelte und Trainer Nies die Kräfte seiner Leistungsträgerinnen für die weiteren Spiele schonen musste, setzte sich die individuelle Klasse der Süddeutschen zum 16:37-Endstand durch.
Nach einem harten Dämpfer gegen die Auswahl aus Bayern (21:40) befand sich die Moral kurzzeitig an einem Tiefpunkt. Doch das Team bewies Charakter: Im Spiel um Platz 7 gegen Schleswig-Holstein mobilisierten die Mädchen ihre letzten Reserven. In einer physisch betonten und bis zum Ende spannenden Partie verteidigten sie eine knappe Führung und siegten mit 31:27.
Ein Rahmen, der Geschichte schreibt
Wie stark die Konkurrenz in diesem Jahr war, zeigte das Finale am Freitag. Dort unterlag Ludwigsburg nur knapp der Berliner Sportschule am Olympiapark, die mit sechs Nationalspielerinnen besetzt war und unter anderem vom ehemaligen Nationalkapitän
Patrick Femerling gecoacht wurde. Dass die Schloss-Schülerinnen gegen diese Ludwigsburgerinnen phasenweise auf Augenhöhe spielten, unterstreicht das hohe Niveau der Wolfenbütteler Talente.
Der würdige Abschluss fand am Freitagabend in der legendären Max-Schmeling-Halle statt. Gemeinsam mit über 3.500 Sportlerinnen und Sportlern und ihren Betreuern starteten die Feierlichkeiten mit dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymne, der einen ersten Gänsehaut-Moment bescherte. Im Rahmen der Medaillenübergabe in allen Sportarten und Wettkampfklassen fanden u.a. der Berliner Oberbürgermeister, der Vorsitzende des DOSB und einige Profisportler lobende Worte für die sportlichen Leistungen und betonten immer wieder auch lautstark die Sehnsucht nach Olympischen Spielen in Deutschland. Beatboxer, Turn-Artisten und Slackline-Akrobaten sorgten für beeindruckende Showeinlagen.
Die Lessingstadt darf stolz auf ihre Botschafter sein. Platz 7 in Deutschland – ein beachtlicher Erfolg und die anvisierte Verbesserung zum Vorjahr. Ziel erreicht!
Für das Gymnasium im Schloss spielten: Clara Eichler, Juliane Fehn, Linea Fleischmann, Klara Hartmann, Philina Klare, Lily Rinne, Fiona Schroven, Hannah Seifert und Annina Stahl.






