Deutsch

Ganz im Sinne des niedersächsischen Kerncurriculums (KC) sieht der Deutschunterricht am GiS eine wesentliche Aufgabe darin, SchülerInnen dazu zu verhelfen, sich selbstständig und souverän mit Texten und Medien auseinanderzusetzen und sprachliches Handeln dementsprechend zu reflektieren – so dass sie sich in der (kommunikativen) Welt sicher bewegen und als selbstbestimmte Persönlichkeit kritisch und umsichtig handeln können. Diese Aufgabe soll gemäß dem niedersächsischen Kerncurriculum über die sprachliche, literarische und mediale Bildung erfolgen; der Fachgruppe Deutsch ist es dabei wichtig, ein Gleichgewicht zwischen jenen drei Bildungsbereichen zu bewahren, so dass neben dem immer wichtiger werdenden Feld der Medien, die Literatur und die Sprache (mündlich wie schriftlich) nicht zu kurz kommen.

 

Unterricht in der Sek I

Bei der Umsetzung der Ziele und der Gestaltung der Unterrichtsinhalte sind stets vier Kernkompetenzen zu berücksichtigen (KC Deutsch Sek. I 2015, S. 9):

  • Sprechen und Zuhören
  • Schreiben
  • Lesen – Umgang mit Texten und Medien
  • Sprache und Sprachgebrauch untersuchen und richtig schreiben

An Beispielen aufgeschlüsselt, bedeutet dies in der Sekundarstufe I, …

  • …dass etwa im 6. Jahrgang im Rahmen der sprachlichen Bildung die Zeichensetzung einen großen Schwerpunkt bildet, zugleich aber auch über die Arbeit mit einem Jugendbuch die literarische Bildung Berücksichtigung erfährt und über die Thematisierung von E-Mails als Briefsorte ebenso die mediale Bildung eingebunden ist – wobei das nur Teile des Lehrplans im 6. Jahrgang sind.
  • …dass etwa die SchülerInnen im 8. Jahrgang im Rahmen der sprachlichen Bildung sich darin üben, verständliche Informationstexte auf der Grundlage verschiedener Informationsquellen zu schreiben (z. B. einen Informationstext über den Klimawandel oder auch die Lieblingsband), zugleich aber ebenso im Sinne der literarischen Bildung anhand von Kurzgeschichten oder Novellen erste Formen der Interpretation üben und im Sinne der medialen Bildung sich mit Medien wie der Zeitung auseinandersetzen – wobei auch das nur Teile des Lehrplans im 8. Jahrgang sind.

 

Unterricht in der Sek II

Der Unterricht der Sekundarstufe II baut auf dem Erreichten in der Sek I auf, das nun weiter vertieft und ausgebaut wird. Dies betrifft etwa…

  • Methoden der Texterschließung
  • Normen und Strukturen im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch
  • Arbeitstechniken
  • Fachspezifische Grundbegriffe

Signifikant zum Ausdruck kommt diese Vertiefung in den komplexer gestalteten und differenzierter ausfallenden Aufsatzformen.  (KC Deutsch Sek II 2016, S. 9)

In Klasse 11, der Vorbereitung auf die Qualifikationsphase (= Jg. 12 / 13), sind dazu folgende inhaltliche Schwerpunkte vorgesehen (gemäß KC Deutsch Sek II 2016, S. 13ff.):

  • Pragmatische Texte zu dem Themenbereich Sprache (z. B. Tendenzen der Gegenwartssprache wie die Anglisierung)
  • Roman des 20. / 21. Jahrhunderts und Romanverfilmung (z. B. „Der Vorleser“ oder „Das Parfüm“)
  • Motivverwandte Gedichte aus verschiedenen Epochen (unter anderem Barock)
  • Einführung in die Epoche der Aufklärung anhand eines Dramas (Lessings „Emilia Galotti“) sowie programmatischer Textauszüge

Die Themenbereiche der darauffolgenden Qualifikationsstufe (Jg. 12 / 13) lauten (KC Deutsch Sek II 2016, S. 24):

  • Literatur und Sprache um 1800
  • Drama und Kommunikation
  • Literatur und Sprache um 1900 – neue Ausdrucksformen der Epik
  • Vielfalt lyrischen Sprechens
  • Literatur und Sprache von 1945 bis zur Gegenwart
  • Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch
  • Medienwelten

Die Themenbereiche sind zu schulinternen Lernplänen ausgearbeitet, in die für jeden Abiturdurchgang die jeweiligen Abiturvorgaben einzubinden sind. Die für jeden Abiturdurchgang neu erstellten Vorgaben werden auf dem niedersächsischen Bildungsserver (nibis) veröffentlicht (-> Abiturvorgaben).

Schulbücher

In den Klassen 5-10 wird mit dem kombinierten Lese- und Sprachbuch „P.A.U.L. D.“ aus dem Schöningh-Verlag gearbeitet. In den Jahrgängen 11-13 wird das Deutschbuch „Texte, Themen und Strukturen“ aus dem Cornelsen Verlag verwendet.

 

Aktionen und Projekte im Rahmen des Faches Deutsch

Neben den curricular vorgegebenen Inhalten und dem sich daraus ergebenden Unterricht erfolgen auch verschiedene Veranstaltungen, Aktionen und Projekte, um die zentralen Ziele des Faches Deutsch zu erreichen, so etwa die Förderung der Lesefreude und Lesekompetenz. Dies beginnt bereits im Kleinen mit dem Besuch von Theateraufführungen, die in verschiedenen Jahrgängen jährlich stattfinden – eine feste Institution ist dabei die Aufführung des Marionettentheaters Bille für die fünften Klassen im Herbst.

Darüber hinaus erfolgen aber auch größere, klassenübergreifende Veranstaltungen unterschiedlichster Art:

 

Vorlesewettbewerb

In jedem Jahr findet in den 6. Klassen ein Vorlesewettbewerb statt. Alle SchülerInnen dort haben zunächst Gelegenheit, in der Klasse ihr Lieblingsbuch in Form von Plakaten und kurzen Referaten vorzustellen und eine spannende Textstelle vorzulesen. Sodann wird jeweils der Klassensieger ermittelt. Die Sieger treffen sich zu einer Endrunde, bei der die Schulsiegerin bzw. der Schulsieger ermittelt wird. Dieser bzw. diese vertritt die Schule anschließend in der nächsten Wettbewerbsrunde. Ein genauer Einblick findet sich hier.

 

Lesungen von Jugendbuchautoren

In jedem Jahr finden im Rahmen der Wolfenbütteler Kinder- und Jugendbuchwochen Autorenlesungen für unsere fünften Klassen statt. In den Klassenräumen und der Schulbibliothek stellen AutorInnen ihre Bücher vor. Sie beantworten auch immer sehr offen die Schülerfragen zu ihrer Arbeit und ihrer Person.

 

 

Lesenachmittag

Das GiS veranstaltet jedes Jahr am „bundesweiten Vorlesetag“ einen Vorlesenachmittag für die fünften, sechsten und siebten Klassen, an dem LehrerInnen, Eltern und Schülerinnen in kurzen Lesungen ihr Lieblingsbuch vorstellen. Dies passiert in Klassenräumen, aber auch an anderen Orten (z. B. dem Fahrradkeller), die dafür oft besonders hergerichtet sind. Interessierte Eltern können sich zugleich bei einem Vortrag der örtlichen Buchhandlung über aktuelle Jugendbücher informieren, mit denen daheim die Lesemotivation gesteigert bzw. der Lesehunger gestillt werden kann. In den Pausen bieten eine Kuchenbar und andere Stände Leckereien für zwischendurch.

 

Kurse zur Schreibschriftverbesserung

SchülerInnen haben zunehmend Probleme mit ihrer Handschrift, oft resultierend aus der sogenannten vereinfachten Ausgangsschrift oder der noch recht jungen „Grundschrift“. Diese Probleme sind verschiedener Natur: ein missverständliches, mitunter gar unleserliches Schriftbild (das aus bestimmten Buchstabenschreibungen jener Schrifttypen resultieren kann); motorische Probleme beim Verfassen längerer Texte (die aus der komplizierten Schreibung einzelner Buchstaben resultieren können, etwa des „e“); auch Rechtschreibprobleme (die unter anderem auf die ungebundene Schreibung von Buchstaben, also Druckschrift, zurückgeführt werden). Interessierten SchülerInnen bietet das GiS aus dem Grund die Möglichkeit, in Kursen die gebundene, lateinische Ausgangsschrift einzuüben und auf dem Weg Probleme, die mit der Handschrift zusammenhängen, zu beheben. Diese Kurse erstrecken sich jeweils auf ein Vierteljahr und erfolgen im Rahmen des Ganztagsangebots.

 

Zusammenarbeit mit der HAB

Die Herzog-August-Bibliothek (HAB) ist ein wichtiger Partner der Schule. Dort finden Seminare und Einzelveranstaltungen zu speziellen Themen statt. Erleichtert und unterstützt wird diese Zusammenarbeit dadurch, dass unsere Deutsch-Lehrkraft Frau Lorenzen mit einem Teil ihrer Stunden an die HAB abgeordnet ist, um dort Schülerseminare auch für andere Schulen zu betreuen. Zum Angebot in den Leistungskursen im Fach Deutsch gehört immer ein mehrtägiges Seminar in der HAB.

Weitere Informationen finden sich dazu hier.

 

Zusammenarbeit mit Weimar

An authentischen Orten beschäftigen sich die Wolfenbütteler SchlossschülerInnen im Rahmen eines Seminarfachs oder eines Projekts außerhalb des regulären Unterrichts mit Goethe, Schiller und der Herzogin Anna Amalia (Wolfenbütteler Prinzessin und Gründerin der nach ihr benannten Bibliothek in Weimar). In einem programmreichen Studienaufenthalt in Weimar, bei dem auch Kontakte zu Weimarer Gymnasiasten geknüpft werden, lernen die SchülerInnen neben ihrer Recherche in der Bibliothek die Wohnorte Schillers und Goethes kennen. Auch der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald gehört zum Programm.

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