Projekttage zur Förderung besonderer Begabungen und Interessen

Die traditionell im Januar stattfindenden Projekttage wurden pandemiebedingt in den Juli verschoben. Insgesamt 61 Schülerinnen und Schüler nahmen die Möglichkeit wahr, kurz vor den Ferien noch einmal intensiv an unterschiedlichen Projekten zu arbeiten.

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Pandemien in der Geschichte

In der Herzog August Bibliothek ist die Pest als „die“ Seuche der frühen Neuzeit als Arbeitsthema schon lange und dauerhaft präsent. Drei Tage befassten sich 12 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 mit der Pest und anderen Pandemien der Geschichte. Zurückgreifend auf die Pestepidemien im 14. Jahrhundert untersuchten Schülerinnen einer Gruppe, wie die Pest die Gesellschaft in der beginnenden Neuzeit geprägt hat. Dass die Bedrohung durch vielfältige Seuchen über Jahrhunderte in der Bevölkerung präsent blieb, zeigen in Frakturschrift gedruckte Seuchenschriften aus deutschen Städten, auch aus Wolfenbüttel, aus dem 17. Und 18. Jahrhundert.

Wie haben sich die Menschen die Ursachen der Seuchen erklärt? Welche Rolle spielte dabei der Aberglaube? Gab es auch bei früheren Pandemien schon Verschwörungstheorien? Mit welchen Maßnahmen versuchte man die Verbreitung der Seuche in den Griff zu bekommen? Wie wurde das Nichteinhalten der Regeln sanktioniert? Wie haben die Pandemien die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse verändert? Diesen Fragen gingen die Schüler*innen, betreut von Frau Lorenzen, Frau Rinas und Frau Lins nach.

Die spanische Grippe, die 1918/19 in Europa sehr viele Opfer forderte, war eine der weiteren untersuchten Pandemien. Die Beschreibungen der Therapieversuche einige Militärärzte erschienen allen befremdlich und erinnerten unmittelbar die von Donald Trump vorgeschlagene Injektion von Desinfektionsmitteln.

Zwei Schüler erforschten die Auswirkungen der von den Entdeckern des amerikanischen Kontinents mitgebrachten Krankheitserreger für die indigene Bevölkerung und die „Eroberung“ Mittelamerikas.

Gerade weil die Schüler*innen aktuell wissen, wie sich das Leben in einer Pandemiezeit anfühlt, konnten sie erkennen, dass viele der heutigen Phänomene nicht neu sind: Quarantäne, Atemschutzmasken, Isolation der Krankheitsherde aber auch Verschwörungstheorien gab es auch schon bei den früheren Pandemien – auch wenn sie anders begründet wurden. Was haben wir aus der Geschichte gelernt? Was machen wir besser und welche Fehler werden wiederholt? – Das sind wohl die Fragen, die in Büchern beantwortet werden, die erst noch geschrieben werden müssen.

18.07.21 Gabriele Lins und Slavka Lorenzen (zuständig für Schülerseminare in der HAB)

 

Urban Sketching

„We show the world, one drawing at a time!“ („Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung!“). Diese einfache zentrale Idee treibt das Urban-Sketchers-Projekt an, die Welt zu zeichnen. Gebäude, Menschen, Parks, Märkte, Flugzeuge, Züge, Autos, Geschäfte, Cafés: All das, was beobachtbar ist, findet seinen Weg in die Skizzenbücher der Urban Sketchers. Nach einer kurzen Einführung mit Bildbeispielen bekannter Künstler ging es raus an Orte, an denen wir „die Welt“ in unserem Skizzenheft festhielten und dabei verschiedene Zeichenmaterialien und –techniken erprobten. Das Projekt wurde vom 14.-16.07.2021 von Herrn Bode angeboten und war für Schülerinnen und Schüler ab der 8.Klasse vorgesehen.

18.07.21 Sven Bode

 

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